Straumann steigert Rentabilität – Betriebsmarge nähert sich 18%

  • Nach verhaltenem Jahresauftakt und Beschleunigung im zweiten Quartal beläuft sich der Umsatz im ersten Halbjahr auf CHF 355 Mio.
  • 3% Umsatzwachstum (LW, organisch1 ) im zweiten Quartal getrieben vom starken Ergebnis in Nordamerika
  • Effizienzsteigerungen heben Bruttogewinnmarge auf knapp 78%; EBIT-Marge (ohne Sondereffekte) dank erster Kosteneinsparungen auf knapp 18% gesteigert
  • Hauptauswirkungen der Kosteneinsparmassnahmen ab dem drittem Quartal erwartet

KENNZAHLEN

 

 

 

 

 

 

 

 (in CHF Mio.)

H1 2013

H1 2013

H1 2012

 

ausgewiesen

ausgenommen

Sondereffekte

angepasst

Umsatz

354.8

 

361.7

   Veränderung in CHF %

(1.9)

 

(1.5)

   Veränderung in LW %

(1.7)

 

(0.2)

   Veränderung in LW % (ohne iTero)

(0.9)

 

 

 

 

 

 

Bruttogewinn

276.2

 

278.4

   Marge in %

77.8

 

77.0

   Veränderung in %

(0.8)

 

(4.1)

 

 

 

 

EBITDA

74.5

80.0

71.0

   Marge in %

21.0

22.5

19.6

   Veränderung in %

5.0

12.7

(27.8)

 

 

 

 

Betriebsgewinn (EBIT)

56.8

62.3

54.6

   Marge in %

16.0

17.6

15.1

   Veränderung in %

4.1

14.1

40.2

 

 

 

 

Reingewinn

53.7

 

44.6

   Marge in %

15.1

 

12.3

   Veränderung in %

20.5

 

15.9

 

 

 

 

Gewinn pro Aktie

(unverwässert, in CHF)

3.48

 

2.88

 

 

 

 

Free Cashflow

34.7

 

19.9

    Marge in %

9.8

 

5.5

 

 

 

 

Mitarbeitende (am 30. Juni)

2313

2243

2555

 

Basel, 20. August 2013: Ungeachtet eines leichten Umsatzrückgangs konnte die Straumann-Gruppe ihre Margen im ersten Halbjahr 2013 merklich verbessern. Zu verdanken war dies Effizienzsteigerungen in der Produktion sowie ersten Resultaten aus den Kosteneinsparungsprogrammen der Gruppe.

Im ersten Halbjahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von CHF 355 Mio. und damit – in Lokalwährungen (LW) und auf vergleichbarer Basis – knapp 1% weniger als in der Vorjahresperiode. Nach einem verhaltenen Jahresauftakt legte der Umsatz im zweiten Quartal um 3% (LW, organisch) zu. Ausschlaggebend hierfür waren ein zusätzlicher Verkaufstag, ein starkes Ergebnis in Nordamerika und stabile Resultate in Europa und Asien/Pazifik.

Die Bruttomarge erhöhte sich um 80 Basispunkte auf 78% und trug so zur Verbesserung der bereinigten EBIT-Marge um 250 Basispunkte auf knapp 18% bei. Unter Einbezug von Sondereffekten im Zusammenhang mit den Kosteneinsparungsprogrammen betrug der ausgewiesene Betriebsgewinn CHF 57 Mio., was einer Marge von 16% entspricht. Der ausgewiesene Reingewinn erhöhte sich um 21% auf CHF 54 Mio., wodurch der unverwässerte Gewinn pro Aktie um 21% auf CHF 3.48 kletterte.

Marco Gadola, Chief Executive Officer, kommentierte: „Die harten Massnahmen zur Verringerung unserer Kosten beginnen Früchte zu tragen. Auch die Umsatzsteigerung im zweiten Quartal ist ein positives Zeichen. Es belegt, dass die Restrukturierungen unsere Fähigkeit zur Umsatzsteigerung nicht beeinträchtigt haben.

In Anbetracht des schwachen ersten Quartals und des voraussichtlich weiter anhaltenden Abschwungs in Europa rechnen wir nicht damit, den Jahresumsatz vom Vorjahr zu übertreffen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir die von uns angestrebten Rentabilitätsverbesserungen erzielen werden. Wir kennen die Herausforderungen und haben klare Massnahmen zu deren Bewältigung erarbeitet. Auf strategischer Ebene gehen wir die veränderte Dynamik in unserem Kernmarkt an. Zudem intensivieren wir unsere Anstrengungen auf unerschlossenen Wachstumsmärkten – auch im Value-Segment. Wir haben auch unser strategisches Ziel weiter verfolgt, uns durch Innovationen von den Mitbewerbern abzuheben. Zu diesem Zweck setzen wir vermehrt auf kundenspezifische Lösungen, von denen wir einige in den nächsten Quartalen auf den Markt bringen werden.“

GESCHÄFTSGANG UND ERGEBNISSE IN DEN REGIONEN

Die Umsätze im Implantatgeschäft entwickelten sich im ersten Halbjahr 2013 unter dem Einfluss des soliden Wachstums im zweiten Quartal erfreulich. Das grösste Plus verzeichnete das Geschäft mit dem Hochleistungs-Implantatmaterial Roxolid sowie das Bone-Level-Portfolio.

Das Geschäft mit restaurativen Lösungen, das digitale Produkte, gefräste CADCAM-Elemente und Standardprothetik umfasst, entwickelte sich aufgrund des Konkurrenzumfelds generell langsamer. Zur Belebung und Unterstützung des künftigen Wachstums wurden im ersten Quartal neue Lösungen wie der „Scan & Shape“ Prothetikservice und die CARES Visual 8.0 Software lanciert. Während „Scan & Shape“ Kunden, die nicht über die erforderlichen Scanner verfügen, Zugang zur CARES CADCAM-Prothetik eröffnet, bietet die Software einer grösseren Zahl von Kunden Zugang zum CADCAM-System von Straumann. Damit auch externe Anbieter in den offenen CARES-Workflow eingebunden werden können, lancierte Straumann im zweiten Quartal ein neues Software-Plug-in.

Der kleinste Geschäftsbereich der regenerativen Produkte verzeichnete trotz der Umstrukturierung des Verkaufsteams eine stabile Entwicklung. Der Geschäftsbereich wird auf dem Gebiet der integrierten Kundenlösungen – insbesondere im Segment der Allgemeinzahnärzte – künftig eine wichtigere Rolle spielen.

UMSATZ NACH REGION

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 (in CHF Millionen)

Q2 2013

Q2 2012

H1 2013

H1 2012

Europa

97.4

95.6

195.9

202.2

   Veränderung in CHF %

1.8

(9.2)

(3.1)

(7.8)

   Veränderung in LW %

(0.1)

(7.0)

(4.4)

(4.5)

 

 

 

 

 

Nordamerika

47.3

43.8

92.6

88.5

   Veränderung in CHF %

8.2

15.6

4.7

13.4

   Veränderung in LW %

8.1

7.0

4.1

10.4

 

 

 

 

 

Asien / Pazifik

26.8

28.9

49.5

53.9

   Veränderung in CHF %

(7.2)

10.2

(8.2)

4.2

   Veränderung in LW %

0.7

4.2

(1.7)

1.0

 

 

 

 

 

Rest der Welt

8.5

8.3

16.8

17.2

   Veränderung in CHF %

1.6

(11.9)

(2.6)

(6.0)

   Veränderung in LW %

4.1

(7.4)

0.7

(1.7)

 

 

 

 

 

GRUPPE

180.0

176.6

354.8

361.7

   Veränderung in CHF %

1.9

(1.2)

(1.9)

(1.5)

   Veränderung in LW %

2.3

(2.1)

(1.7)

(0.2)

   Veränderung in LW % (ohne iTero)

3.1

 

(0.9)

 

 

Märkte in Europa weiterhin rückläufig

Im ersten Halbjahr schrumpften die Umsätze in Europa um 4% (organisch, LW). Unter Berücksichtigung eines leicht positiven Währungseffekts von knapp über einem Prozentpunkt erreichten sie CHF 196 Mio. oder 55% des Gesamtumsatzes der Gruppe. Im zweiten Quartal fielen die Umsätze auch dank zusätzlicher Verkaufstage sequenziell besser aus; im Vorjahresvergleich waren sie stabil.

Gründe für das schwache Ergebnis in Europa sind das schwierige Konjunkturumfeld und die anhaltende Sparpolitik, namentlich in Südeuropa. Grosse Märkte wie Spanien und Italien, wo wir mit Billiganbietern konkurrieren, waren erneut am stärksten betroffen. Märkte mit geringerer Durchdringung hingegen – wie Frankreich und Grossbritannien – kehrten im zweiten Quartal ebenso wie die Schweiz auf den Wachstumspfad zurück. Deutschland, der grösste Markt der Region, gewann zunehmend an Schwung, kam jedoch nicht an die Umsatzniveaus des Vorjahrs heran.

Sequenzielle Beschleunigung in Nordamerika

Nordamerika – die zweitwichtigste Region von Straumann – legte um 4% in LW bzw. um 5% in Schweizer Franken zu. Dies reflektiert einen leicht positiven Währungseffekt und resultierte in einem regionalen Umsatz von CHF 93 Mio. bzw. 26% des Gruppenumsatzes. Unter Ausklammerung der Umsätze mit Intraoral-Scannern, deren Vertrieb im Oktober 2012 eingestellt wurde, stieg der Umsatz (organisch) im ersten Halbjahr um 6% (LW). Zu verdanken war dieses Ergebnis einer Umsatzbeschleunigung auf 11% im zweiten Quartal, die breit abgestützt war; aber hauptsächlich von der starken Nachfrage nach Implantatlösungen beflügelt wurde.

Geschäft in China gleicht schwierige Marktbedingungen in Japan teilweise aus

CHF 50 Mio. bzw. 14% des Umsatzes der Gruppe wurden in Asien/Pazifik generiert. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 entspricht dies einem Rückgang von 2% (LW). Aus der Schwäche des japanischen Yen resultierte ein klar negativer Währungseffekt, der sich in einem Umsatzrückgang von 8% in Schweizer Franken niederschlug. Die negative Wahrnehmung der Dentalimplantologie in der Öffentlichkeit setzte die Umsätze in Japan weiterhin unter Druck. Dies und die schleppende Entwicklung in Distributorenmärkten wurden aber im zweiten Quartal durch ein hohes Wachstum in China und stabile Umsätze in Korea mehr als wettgemacht.

Trendwende im Rest der Welt

Die als „Rest der Welt“ bezeichnete Region trägt rund 5% zum Umsatz der Gruppe bei. Dieser wurde vor allem in Brasilien, Mexiko und im Nahen Osten erwirtschaftet. Im ersten Halbjahr 2013 erhöhte sich der regionale Umsatz in LW um 1%, ging jedoch in Schweizer Franken um 3% auf CHF 17 Mio. zurück.

Die Umsätze in Brasilien, dem grössten Markt der Region, verharrten im ersten Halbjahr aufgrund zunehmend schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen auf dem Niveau des Vorjahres. Neodent, Partner von Straumann und Marktführer in Brasilien, meldete ein hohes einstelliges Wachstum.

Im Nahen Osten erholen sich die meisten Distributorenmärkte der Gruppe allmählich von den Einbussen, die sie im letzten Jahr aufgrund von gesellschaftspolitischen Unruhen und Embargos erlitten.

OPERATIVE UND FINANZIELLE SITUATION

Erhöhung der Bruttomarge um 80 Basispunkte auf 78%

Effizienzsteigerungen, das Insourcing verschiedener Prozesse und ein profitablerer Geschäftsmix (reduzierter Anteil von Scanner-Verkäufen) machten den Umsatzrückgang und den negativen Währungseffekt von 10 Basispunkten mehr als wett. Vor dem Hintergrund eines Bruttogewinns von CHF 276 Mio. erhöhte sich die Bruttomarge um 80 Basispunkte auf nahezu 78%.

Betriebsgewinn ohne Sondereffekte erreicht knapp 18%

Da sich weiterhin keine Markterholung abzeichnete, ergriff die Gruppe im April weitere Restrukturierungs- und Kosteneinsparmassnahmen, darunter die Streichung von rund 200 Stellen im 2013. Bis Ende Juni war dieser Stellenabbau weitgehend abgeschlossen.

Diese Massnahmen zum Personalabbau schlugen mit einem Restrukturierungsaufwand von CHF 13 Mio. zu Buche. Gleichzeitig reduzierten diese Abgänge jedoch auch die Pensionsverpflichtungen der Gruppe, woraus ein einmaliger Gewinn von CHF 7 Mio. resultierte. Das Unternehmen erwartet im zweiten Halbjahr 2013 weitere Sonderaufwendungen aufgrund auslaufender Arbeitsverträge von CHF 3–5 Mio.

Der ausgewiesene Verwaltungs- und Vertriebsaufwand (SG&A) verringerte sich infolge der im letzten Oktober ergriffenen Kosteneinsparmassnahmen auf CHF 195 Mio. bzw. 55% des Umsatzes. Unter Ausklammerung des erwähnten Restrukturierungsaufwands hätte sich die Verbesserung auf CHF 11 Mio. belaufen. Zusätzliche Einsparungen aus den im Mai lancierten Initiativen dürften sich ab dem dritten Quartal ergeben.

Die ausgewiesenen Kosten für Forschung und Entwicklung erhöhten sich auf CHF 26 Mio., wovon CHF 2 Mio. auf den erwähnten Restrukturierungsaufwand entfiel. Dies unterstreicht das Bekenntnis der Gruppe zu kundenorientierter Innovation und zur weiteren Entwicklung digitaler Lösungen.

Der ausgewiesene Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg um 5% auf CHF 75 Mio. oder 21% des Umsatzes. Der ausgewiesene Betriebsgewinn (EBIT) nahm so um 4% auf CHF 57 Mio. bzw. 16% des Umsatzes zu. Klammert man die Restrukturierungsaufwendungen aus, erhöhten sich die bereinigten EBITDA- und EBIT-Margen um 290 bzw. 250 Basispunkte auf knapp 23% bzw. 18%.

Sondereffekte beeinträchtigen Reingewinn

Das Nettofinanzergebnis belief sich auf positive CHF 1 Mio. In der Vorjahresperiode hatte es noch bei null gelegen. Die Beiträge von Neodent und Dental Wings (an denen Straumann 49% bzw. 44% hält) sind in der Erfolgsrechnung unter „Anteiliges Ergebnis an assoziierten Unternehmen“ ausgewiesen und betrugen CHF 5 Mio. Ohne die Abschreibungen auf immateriellen Vermögenswerten hätten diese Beteiligungen CHF 8 Mio. zum Gewinn beigetragen.

Die Einkommenssteuern lagen mit CHF 9 Mio. fast auf Vorjahresniveau. Der entsprechende Steuersatz lag bei 15%.

Der ausgewiesene Reingewinn für das erste Halbjahr stieg um 21% auf CHF 54 Mio.; die entsprechende Marge erreichte 15%. Das unverwässerte Ergebnis pro Aktie belief sich auf CHF 3.48.

Höherer Free Cashflow dank verbesserter Rentabilität

Die Kombination aus verbesserter Rentabilität, rückläufigem Umlaufvermögen und niedrigeren Steuerzahlungen liess den Geldfluss aus Betriebstätigkeit um 37% auf CHF 41 Mio. steigen. Der Rückgang bei den „Rückstellungen, Pensionsverpflichtungen und sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten“ ist den verringerten Pensionsverpflichtungen aufgrund des Kostenreduktionsprogramms zuzuschreiben. Der Investitionsaufwand fiel mit CHF 7 Mio. rund 4 Mio. unter dem Vorjahr aus. Insgesamt führte das zu einem Free Cashflow von CHF 35 Mio. und die entsprechende Marge betrug 10%.

Im April platzierte die Gruppe mit Erfolg eine inländische Obligation (Erstanleihe) mit einem Erlös von CHF 199 Mio. Nach Auszahlung der ordentlichen Dividende über CHF 58 Mio. belief sich der Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit auf CHF 140 Mio. So waren Ende Juni CHF 317 Mio. liquide Mittel vorhanden, und die Eigenkapitalquote lag bei 63%.

AUSBLICK 2013 (vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse)

Straumann geht davon aus, dass die positiven Entwicklungen in Nordamerika und anderen schwach durchdrungenen Märkten weiter anhalten werden. In Europa hingegen dürften 2013 die schwache Konjunktur und die verhaltene Konsumentenstimmung die allgemeine Umsatzentwicklung des Unternehmens dämpfen.

Trotz tieferem Jahresumsatz dürfte der Erfolg der Kosteneinsparmassnahmen die Rentabilität wie geplant nachhaltig steigern. Der Hauptteil der Einsparungen werden sich ab dem dritten Quartal einstellen.

Straumann ist bestrebt, mittelfristig wieder zu solidem Wachstum und einer höheren Betriebsmarge zurückzukehren.